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Missed-Hole-Technik
![]() Bei dieser Technik werden nicht alle 4 Löcher eines Brettchens mit Kettfäden
versehen, ein Loch bleibt frei. Das Loch, das dem freien Loch gegenüberliegt,
wird mit einer Farbe geschärt (z. B. rot), die anderen sich gegenüberliegenden
Löchern werden mit einer anderen Farbe geschärt (z. B. weiß). ![]()
Der Schußfaden ist dadurch bei längeren Drehungen in einer Richtung im Gewebe
sichtbar. Wie deutlich dieser zu sehen ist hängt davon ab, wie fest der
Schußfaden angezogen wird. Außerdem ergibt sich eine Struktur im Band, das
Gebiet um den roten Musterfaden ist deutlich erhöht, die einfarbig weiße Fläche
ist etwas flacher. ![]()
Der Nachteil bei dieser Technik ist, daß bei längeren einfarbigen Flächen auf
der Rückseite Flottierungen entstehen (der rote Faden wird auf der Rückseite
nicht mit dem Schußfaden fixiert, er bildet lange Schlaufen). ![]()
Die Brettchen werden alle in S-Richtung geschärt, sie werden wie bei dem
einfachen Rautenmuster zyklisch geschärt, d. h. der rote Faden ist bei dem
ersten Brettchen hinten unten, beim zweiten vorne unten, beim dritten vorne oben
und beim vierten hinten oben. Bei den folgenden Schär- und Webbriefen gebe ich
die insgesamt 4 Randbrettchen nicht an, sie werden in allen 4 Löchern mit
jeweils den selben Fäden geschärt. Es ergibt sich daher folgender Schärbrief für
ein Band mit 46 Brettchen (die freien Löcher sind grau markiert).
![]() Werden nun alle Brettchen vorwärts gedreht, erhält man Diagonalen, die von
rechts oben nach links unten laufen. Um die Diagonalen in die andere Richtung
laufend zu erhalten, werden alle Brettchen rückwärts gedreht. Beim Weben von
Mustern muß also darauf geachtet werden, in welche Richtung die Diagonalen
laufen sollen, je nachdem werden die Brettchen vorwärts oder rückwärts gedreht.
Bei den Webbriefen, die folgen, sind Rückwärtsdrehungen durch graue Kästchen
gekennzeichnet, Vorwärtsdrehungen durch weiße. ![]()
Wenn die Abstände zwischen den einzelnen roten Linien größer werden soll, müssen
Flottierungen von 2 Drehungen zusätzlich gewebt werden, d. h. eine Vorwärts- und
eine Rückwärtsdrehung werden eingefügt. Für unser Beispiel ergibt sich dann
folgender Webbrief:
Um eine einfarbig weiße Fläche zu weben müssen die Brettchen bei jeder Drehung
die Richtung ändern, also 1x vor, 1x zurück, so daß die Brettchen mit den
geraden Zahlen vorwärts gedreht werden, die Brettchen mit den ungeraden Zahlen
rückwärts. Um aus der Grundschärung in ein einfarbige Fläche zu kommen, entsteht
folgender Webbrief: ![]() Mit diesen Erklärungen, wie einfarbige Flächen und Diagonalen gewebt werden,
dürfte es keine Probleme mehr geben, eigene Musterentwürfe herzustellen. © D. Michel |
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